Lesung Bibliothek Obervaz/Lenzerheide 17.11.17

Die Lesung in der Stadtbibliothek in Winterthur hat mir so viel Spass gemacht, dass ich Urs Heinz Aerni eine SMS schrieb, mit dem einfachen Inhalt: Ich will mehr.

 

Urs lässt sich selten zweimal bitten. Er startete Anfragen für Lesungen, und die Bibliothek Obervaz/Lendzerheide sagte zu. Danach ging alles ganz schnell und völlig unkompliziert. Drei mögliche Daten schneiten per E-Mail rein, wobei ich mir wegen meinem Job den Freitag aussuchte. Urs zauberte noch ein wenig, und schon durfte ich neben der Lesung auch noch die Gastfreundschaft des Hotels Schweizerhof in der Lenzerheide geniessen. Und ich muss gestehen, ich bin hin und weg. Aber dazu später.

 

Ich nahm mir den Freitag frei, krallte mir meinen Freund und schleppte ihn um 10.00 Uhr am Freitagmorgen an den Bahnhof Winterthur. Wie immer mussten wir uns etwas sputen, um den geplanten Zug noch zu erwischen.

 

Bevor wir in Zürich auf den Zug nach Chur umstiegen, deckten wir uns noch mit Proviant ein, denn zum Frühstücken hat die Zeit zu Hause nicht ausgereicht. Frisch gestärkt wechselten wir in Chur auf das Postauto. Ja, man hätte auch mit dem Auto anreisen können, nur hätte ich dann das neue Skript «Der Menschenpräparator» nicht mehr fertig überarbeiten können. Das war aber wichtig, lief die Rückgabefrist doch am selben Freitag ab. Tatsächlich schrieb ich noch im Postauto das E-Mail an meine Lektorin und drückte kurz bevor wir in der Lenzerheide ankamen auf «Senden». Ich wusste, wenn ich das nächste Mal Internet hatte, wäre die Frist gewahrt und meine Aufgabe erfüllt. Ein gutes Gefühl! Es steckten einige Stunden Arbeit in «Der Menschenpräparator» und obwohl es Spass machte, war ich doch froh, diese Aufgabe zu Ende gebracht zu haben, um mich ganz auf das einlassen zu können, was vor mir lag.

 

Wir erreichten die Lenzerheide kurz nach Mittag bei schönstem Wetter. Noch kurz ein Ankunfts-Schnappschuss mit dem Postautofahrer, mit dem wir am nächsten Tag dann tatsächlich auch wieder nach Chur zurückfuhren, und dann checkten wir im Schweizerhof ein. Mann, Mann, was für ein Hotel! Die Angestellten waren alle super freundlich und zuvorkommend. Wir bezogen unser wunderschönes Zimmer und schmissen uns gleich in die Bademäntel, um den Wellnessbereich auszukundschaften. Im Ruheraum hatte ich dann auch Zeit, die Lesung, die am Abend stattfand, vorzubereiten. Herrlich entspannende Stunden, ein Hamam-Besuch, ein kurzer Sprung ins Sprudelbad und ein Abendessen später traf ich dann mit meinem Buch unterm Arm in der Bibliothek Obervaz/Lenzerheide ein. Alles war bereits vorbereitet. Die Mädels der Bibliothek hatten sich so richtig ins Zeug gelegt. Ich wurde herzlich empfangen und fühlte mich sofort pudelwohl. Sie zeigten mir, wo ich die Lesung halten würde und klärten mich auf, dass der Stuhl, den sie mir bereitgestellt hatten, auch noch ausgewechselt werden könne. Er sei doch etwas speziell und vor allem sei er rosa. Gespannt ging ich eine Etage tiefer und fand das absolute Wohnzimmergefühl vor. Warmes Licht und ein riesiger Sessel, der förmlich nach mir schrie. Am liebsten hätte ich ihn nach Hause genommen, aber die Mädels liessen das leider nicht zu …

 

Nach und nach trafen die Gäste, und damit meine Zuhörer, ein. Ich muss ja zugeben, ich habe nicht mit vielen Leuten gerechnet. Daher war ich einigermassen überrascht, als die vorbereiteten Stuhlreihen um weitere zwei Reihen hatten ergänzt werden müssen. Am Ende sahen mir knapp dreissig Gesichter erwartungsvoll entgegen.

 

Man kannte sich untereinander, das war herrlich zu beobachten. Toll war dann, als jemand in der Tür erschien, den auch ich kannte. Ein Freund von mir, der neu in der Lenzerheide arbeitet und sich die Zeit genommen hat, zu meiner Lesung zu kommen - danke, Marc, für diese Ehre!

 

Die Leute nahmen Platz und pünktlich begannen wir mit der Lesung. Ich wurde kurz vorgestellt, dann wurde mir das Wort übergeben. Ich begann mit einer Einleitung, die sich vor allem darum drehte, denen zu danken, die alles organisiert und ermöglicht hatten. Dann erklärte ich den Ablauf der Lesung, stellte meine Romanfiguren kurz vor, ehe ich zum ersten Teil der Lesung überging. Nach etwa 20 Minuten unterbrach ich die Lesung. Als Alternative zum Talk, respektive dem Interviewteil, der bei der letzten Lesung zum Ablauf gehörte, stellte ich mich kurz vor, erklärte, wie ich zum Schreiben gekommen bin, wie ich meine Manuskripte erfolglos bei Verlagen unterzubringen versuchte und wie ich dann über den Selbstverlag von E-Books und einem Seminar zum Thema «Wie veröffentliche ich ein Buch» über Urs stolperte, der letztlich den Kontakt zu Droemer Knaur knüpfte, bei dem ich dann auch in der neu geschaffenen E-Book-Abteilung unterkam. Dass man gewisse Freiheiten einbüsst, wenn man einen Verlag hat, habe ich auch nicht verschwiegen. Dass allerdings die Freude darüber, einen Verlagsnamen auf dem Cover zu haben, überwiegt, habe ich mehrfach unterstrichen J.

 

Anschliessend las ich den zweiten Teil, der noch einmal etwas 20 Minuten dauerte. Am Schluss durfte das Publikum noch fragen stellen. Ich persönlich vergass glatt, darauf hinzuweisen, aber dank der Unterstützung der erfahrenen Mädels der Bibliothek, geriet dieser Programmpunkt nicht unters Eis. Ich bekam ausserdem ein wunderbares Geschenk von der Bibliothek mit örtlichen Leckereien überreicht. Lasst es such gesagt sein: Der Röteli wird nicht lange überleben! Zudem war eine klasse Schreibfeder mit im Päckchen, die rege genutzt wird.

 

Nur den Sessel, den durfte ich nicht behalten ;-)

 

Anschliessend an die Lesung konnte man noch meine Bücher erstehen – die hatte ich zwar mitgebracht, nur das Rückgeld, das hatte ich vergessen … Die Käufer nahmen mir das zum Glück nicht übel und rundeten die Beträge grosszügigerweise auf. Warum ich darauf hinweise? Um zu zeigen, dass es durchaus noch Lernpotential gibt. So auch beim Mittelteil der Lesung, bei dem ich frei von der Leber weg erzählte.

 

Im Anschluss konnte ich mich dann noch mit den Gästen bei einem wunderbaren Apéro austauschen und die Häppchen der Bibliothek-Girls geniessen.

 

Gegen 22.30 Uhr verabschiedete ich mich dann als eine der letzten und liess das Erlebte noch bei einem Bier und einem Alabama Slammer in zwei der örtlichen Bars sacken.

 

Nach einer herrlich erholsamen Nacht durften wir am nächsten Morgen ein fantastisches Frühstückbuffet im Schweizerhof geniessen. Nach diesem kulinarischen Start in den Tag, gönnten wir uns nochmals eine Runde Wellness, bevor wir Richtung Unterland aufbrachen. Derselbe Postautofahrer, der uns am Vortag bereits sicher ans Ziel brachte, fuhr uns ebenso sicher auch wieder nach Chur zurück, wo wir dann auf den Zug zurück Richtung Zürich wechselten.

  

Kurzum: Für mich war die Lesung super. Die Mädels waren genial. Ihr Humor und die gute Stimmung machten Laune. Es war ein Vergnügen und eine Ehre, bei ihnen sein zu dürfen.

 

Vielen, vielen Dank an alle, die diesen unvergesslichen Aufenthalt in der Lenzerheide möglich machten!

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NEWS

Medienpräsenz:

04.04.17 - Interview auf mordsbuch.net

20.04.17 - Interview von mordsbuch.net auf der Facebook-Seite von topkrimi

24.11.17 - Artikel in der Novitats betr. Lesung in der Lenzerheide