Von Nächstenliebe und Gefühlstierchen

Während dem Schreiben des vorherigen Blog-Artikels über die SBB kamen mir ein paar weitere Worte in den Sinn, die mir für die Adventszeit passend erscheinen. Schliesslich werden gerade jetzt die Menschen ganz besonders angehalten, in sich zu gehen und werden auf die Nächstenliebe sensibilisiert. Nennen wir es meinen persönlichen Festtagsgruss an euch da draussen.

Bekanntermassen bin ich ja viel mit dem Zug unterwegs. Während dieser Fahrten schreibe ich nicht nur an meinen Büchern, ich gönne mir auch die Zeit, mein Umfeld etwas zu beobachten. Manchmal ist das nicht besonders schwer. Manche Menschen und Situationen sind so auffällig, dass es nicht leicht ist, daran vorbeizuhören oder zu sehen. Meist ist das im negativen Sinn der Fall. Positives hingegen übersieht Mensch gerne. 

Irgendwie scheint das menschliche Wesen so gestrickt, dass es sich viel lieber ärgert und künstlich leidet. Das braucht Energie, die eigentlich besser im Erzeugen guter Gefühle angelegt wäre.

Was nach Räucherstäbchenphilosophie klingt, hat bei genauerem Hinsehen durchaus etwas Wahres. Tatsächlich entdecke ich nämlich diese (menschlichen) Züge auch an mir.

Sich von der Negativspirale hinunterziehen zu lassen erscheint manchmal energiesparender als den Berg zu erklimmen, auf dessen Spitze tolle Aussichten warten. Das Problem dabei ist: Je länger wir uns runterziehen lassen, desto länger wird der Weg zurück nach Oben. Da unten bei den fiesen Gefühlstierchen, nennen wir sie Gefühlsfieschen, ist es aber nicht schön. Es ist feucht, dunkel und riecht modrig. Oben, bei den Gefühlsliebchen ist es doch viel angenehmer. Die Sonne scheint, auch wenn das Wetter schlecht ist, die Aussicht ist herrlich, auch wenn man nichts sieht. Einfach, weil sie es nicht zulassen, dass ihnen irgendetwas die positive Grundeinstellung nimmt.

Sie haben auch schlechte Tage und miese Laune, fühlen sich durch das Umfeld genervt und ertappen sich beim Gedanken, dass nichts, was sie anpacken, klappt. Dazu kommen noch Gefühlsfieschen, die die Gefühlsliebchen an ihren schlechteren Tagen auf halbem Weg abzufangen versuchen, sie auf ihre Seite holen wollen. Aber der Unterschied zwischen den Gefühlsfieschen und den Gefühlsliebchen ist: die Gefühlsliebchen geben den negativen Einflüssen nicht die geringste Chance, sich auf lange Zeit einzunisten.

Wäre das nicht irgendwie ein erstrebenswerter Zustand? Klar, einfach ist das nicht, aber jetzt, so kurz vor Jahresende, in dieser Zeit, in der man sich gute Vorsätze fürs Folgejahr nehmen darf, wie wär's, wenn jeder sich täglich vornimmt, sich nicht zu tief runterziehen zu lassen, sich ab und zu an der eigenen Nase zu nehmen, bevor man jeden andern verflucht? Das wäre doch zumindest ein guter Anfang.

In diesem Sinne wünsche ich Euch schöne Festtage und einen guten Rutsch ins neue Jahr! :)

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